“In Chemnitz wurde gearbeitet, in Leipzig verwaltet und in Dresden gelebt”
Eine Redensart, die seit langem beschreibt, wieso man Dresden besuchen sollte. Die Gesichte der Stadt ist geprägt von Ereignissen am Ende des zweiten Weltkrieges, als die Stadt zu einem grossen Teil zerstört wurde. Diese Ereignisse prägen diese Stadt bis heute und jeglicher Versuch, die zerstörten Stadtteile neu aufzubauen wird mit Argus Augen beobachtet und bewertet.
Im April 2012 hat Swissôtel in Dresden ein neues Haus (235 Zimmer) eröffnet. Neben Mekka (1562 Zimmer), welches auch in diesem Jahr eröffnet wird, ist es die einzige Neueröffnung in diesem Jahr. Um so wichtiger war es, dass die Eröffnung die mediale Aufmerksamkeit gewinnen konnte. Gerade lokale Journalisten wurden zum Event eingeladen und berichteten auch fleissig über das neue Hotel.
Einige Fakten zum Swissôtel in Dresden:
Grundsteinlegung: 18.06.2010
Richtfest: 25.05.2011
Eröffnung des Laden-/Gastronomieflächen: 02.04.2012
Offizielle feierliche Eröffnung: 26.04.2012
Zimmer: 235 (Dies entspricht rund 3,2% der gesamten Zimmeranzahl auf dem Dresdner Hotelmarkt. Quelle: Dresdner Marketing GmbH) *
Internet: Kostenlos im ganzen Haus (Auch im Zimmer)
Mein Reiseeindruck in Dresden:
Dresden war mal komplett zerstört. Eigentlich bestand die Stadt aus Schutt und Asche.
Verschiedene Firmen haben, in Kooperation mit Historikern und Denkmalschützern, die Stadt wieder aufgebaut. An vielen Stellen wird auch heute noch gebaut. Rund um den Neumarkt sind die Gebäude neu errichtet worden. Kein Wunder, war der Bau der Baywobau bei den Dresdnern mehr als nur umstritten. Einige Dresdner wollten Ihre Geschichte erhalten und nicht in einer wiederaufgebauten Stadt leben.
Lobenswert ist auf jeden Fall, das man sich in einer alten Stadt fühlt. Dadurch, das man sich an die alten Grundrisse der Gebäude hält und Details wie “Erker” beim Bau integriert, entsteht das Gefühl, man stehe im original Dresden. Der Begriff “Disneyland” liegt da jedoch auch nicht fern. Es ist ein Spagat, welcher Dresden machen muss.
Dabei geht mancherorts “Unser Dresden” verloren. So ist z.B. der Platz vor der Frauenkirche heute mehrheitlich von Reisegruppen besetzt. Auch wenn es den Wurststand noch immer gibt, so sind dort die Preise auf “Touristenniveau”.
In Dresden entsteht ein neuer Hotspot für Touristen. Während im Jahr 2000 noch rund 13’608 Betten verfügbar waren (Dresdner Marketing GmbH), sind dies 2011 bereits 5’000 mehr gewesen. Interessant ist auch, das 47,2 Prozent der Hotelbetten in der “First Class” angesiedelt sind. Gerademal 13,2 Prozent gehören zur Standard-Kategorie. Damit zeigt sich auch gleich, welcher Markt aktuell Dresden dominiert. Es sind ältere und gut betuchte Besucher, die zur Zeit in Dresden zu Besuch sind. Dies wird sich garantiert ändern, es wird mit der Zeit ein gesundes Wachstum, auch beim jüngeren Publikum entstehen.
Die Stadt hat ein sehr grosses Potential und wird, gerade innerdeutsch, in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum dank dem Tourismus erleben. Nicht umsonst haben Firmen wie Apple, Hollister (Abercrombie&Fitch) etc. hier Ihre Läden eröffnet. Ausserdem ist Dresden die Geburtenstärkste deutsche Stadt. Damit wächst auch das Angebot an Freizeitmöglichkeiten für junge Einheimische oder eben jüngere Touristen. Wer will mit 20ig schon in eine Stadt, die am Samstag Abend nur die Oper zu bieten hat? Eben!
Club’s gibt es schon heute. Entweder “versteckt” in der Innenstadt oder auch in “Neustadt”. Allgemein erwecken die Strassen in Neustadt den Eindruck, als wäre man hier in einem kleinen Teil von Berlin Kreuzberg. Zwar gibt es hier weniger Graffiti, ansonsten erinnert vieles an den bekannten Berliner “In-Bezirk”. Hier trinkt man sein Bier gemütlich auf der Strasse, hier bezahlt man noch normale Preise und hier ist man “frei”.
Für den internationalen Tourismus fehlt es zur Zeit noch an genügend guten und günstigen Flugverbindungen. Von der Schweiz aus ist Dresden durch OLT Express direkt mit Dresden verbunden. Ob Besucher die Option mit einem Zwischenstop (Air Berlin, Lufthansa) in Kauf nehmen, ist mehr als fraglich. Insbesondere da Berlin im Juni durch einen neuen Flughafen nochmals an Reiz gewinnt und danach z.B. über Direktflüge von Genf aus verfügt. Ein, für Westschweizer, nicht unerheblicher Pluspunkt.
Ich spekuliere darauf, das in einigen Jahren direkte Verbindungen durch Air Berlin, Lufthansa, Swiss od. Skywork entstehen wird. Wetten?
Zimmer:
Durch die Bauweise des Gebäudes, sehen alle Zimmer mehr oder weniger unterschiedlich aus. Dies macht die Aufgabe, jedem Gast ein perfekt geeignetes Zimmer zu geben, nicht einfacher.
Hierzu soll bald ein neuer iPad Service entstehen. Dann können die Gäste beim Check-in gleich die Zimmer auf dem iPad ansehen und das passende Zimmer auswählen. Ausserdem soll den Gästen die Möglichkeit geboten werden, ein iPad für die Dauer des Aufenthaltes auszuleihen.
Bei vielen Zimmer sind Toilette und Dusche in die Mitte des Zimmers gesetzt. Das soll den “Loft”-Eindruck verstärken. Ob sich diese Lösung bewähren wird, muss sich zeigen. Gernot von dmm.travel wies mich auf einen interessanten Punkt hin, den ich nicht erkannt hätte:
Für Paare könnte die Geräuschentwicklung einer Toilette in der Mitte des Zimmers unangenehm sein. Dies habe ich als Einzelreisender nicht berücksichtigt und war logischerweise auch kein Problem für mich. Jedoch kann ich den Punkt sehr gut nachvollziehen.
Auf jeden Fall würde ich zu zweit ein Zimmer ohne Dusch/Toilettenkombination in der Mitte des Zimmers bevorzugen. Solche Zimmer gibt es ebenfalls im Hotel. Am besten gebt Ihr dies bei Eurer Buchung gleich als Sonderwunsch bekannt, damit ein entsprechendes Zimmer reserviert wird.
Ansonsten sind die Zimmer hell, freundlich und modern eingerichtet. Ob der klassische Luxushotelgast das moderne Design begrüssen wird, muss sich zeigen. Leute die gerne das eine oder andere Designelement um sich haben, werden sich sicherlich sehr wohl fühlen. Ich für meinen Teil fand das Zimmer sowie das Hotel allgemein sehr angenehm gestaltet.
Lage:
Das Hotel befindet sich in perfekter Lage inmitten der Stadt Dresden. Die Frauenkirche sowie die Oper befinden sich in direkter Umgebung (Google Maps).
Mitarbeiter:
Yvette Thüring ist General Manager im Swissotel Dresden. Die ursprünglich aus Basel stammende Thüring, leitet nach Stationen in Zürich, Amsterdam, London (Raffles Brown’s) und Basel nun ein neues Haus in der Swissôtel Gruppe. Davor war Sie in Mexiko, Ecuador und Texas tätig. Ein durchaus spannender Berufsweg.
An einigen Stellen im Hotel muss sich das Team noch einleben um einen schnelleren Service bieten können. Eine Wartezeit von 15Min ist für einen Kaffee, ist, selbst im Hochbetrieb der Bar (Schlossbar), nicht vertretbar. Dies ist jedoch auch schon das einzige, das ich bei meinen 4 Tagen Aufenthalt zu bemängeln habe.
Extras:
In den Zimmern stehen (kostenlos) zwei grosse Flaschen Wasser (Mit&Ohne Gas) sowie Tee&Kaffee + ein Wasserkocher zu Verfügung. Ein Businesscenter, bestehend aus 2 iMac’s sowie einem Drucker (Beides kostenlos) finden Besucher zur kostenlosen Nutzung in der Lobby.
Am Samstag und Sonntag gibt es das Frühstück/Brunch bis um 15:00 Uhr. Gerade nach einem langen Opernbesuch oder sonstigem Abendprogramm, sicherlich ein Willkommenes und zu begrüssendes Extra.
Holidaycheck:
Nach einem Monat hat das Hotel bei Holidaycheck eine Weiterempfehlung von 100% bei insgesamt 4 Bewertungen.
Test’s:
Hilfe: “Wie richte ich das Internet bei Ihnen ein?” Freundlich wurde am Telefon Schritt für Schritt erklärt.
Zimmerservice: Einmal Clubsandwiches bitte. Lieferung nach 13 Minuten (Angekündigt waren 15-20Min).
Check-out: Normalerweise bis spätestens 12 Uhr. Um 11 angerufen und ohne Probleme auf 15 Uhr verlängert.
Ehrlichkeitstest: 5 Euro auf dem Zimmerboden, links neben dem Bett “liegen gelassen”. Am Abend sind die 5 Euro auf dem Kissen.
* Die Flug- und Übernachtungskosten wurden von Swissôtel übernommen.
















































